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Porsche Museum

Die Gralshüter
Was in Weissach entwickelt und in Zuffenhausen oder irgendwo anders auf der Welt schließlich produziert wird, findet früher oder später auch den Weg ins Porsche Museum, wo sich ein höchst engagiertes Team um die Pflege der spannenden Porsche-Historie kümmert.
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Ein Journalisten-Kollege hatte die Begeisterung für ein Automobilmuseum einst in folgende Worte gefasst: „Es wäre keinesfalls als Unglück zu betrachten, aus Versehen hier über Nacht eingesperrt zu werden.“ Ein ebenso netter wie zutreffender Ausspruch, der im Falle des Porsche Museums erst recht gilt. Man muss es sich, glaube ich, tatsächlich plastisch vorstellen. Kurz vor 20 Uhr verkriechen wir uns tief im Cockpit eines 917 und warten, bis auch der letzte Mitarbeiter das Haus verlassen hat. Und dann gibt’s für eine Nacht lang kein Halten mehr. Jeder der rund 82 Rennsport- und Serienwagen wird ausführlich inspiziert und probegesessen, Startversuche natürlich inklusive. Könnte es etwas Schöneres für einen Porsche-Fan geben? Wohl kaum!

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Das weiß die 30-köpfige Stammmannschaft um Porsche-Museums-Leiter Achim Stejskal freilich selbst gut genug, und so wird das Aktivitäten- und Ausstellungsprogramm des Museums wann immer möglich auf die immanenten Bedürfnisse des Porsche-Fans zugeschnitten. Von der Vernissage künstlerisch wertvoll gestalteter 911 GT2-Fronthauben bis hin zur Soundnacht, bei der die Rennmotoren angeworfen werden, bleibt kaum ein Interessensgebiet unausgeleuchtet. Der Erfolg, den die Kombination aus erlebnisorientierter Automobilschau, Restaurant, Museumsshop und Sonderaktionen in den vergangenen Jahren beschert hat, gibt Achim Stejskal und seinem Team Recht. Rund 360.000 Besucher zählte das Porsche Museum im Jahr 2011, und seit der Museumseröffnung am 31. Januar 2009 fanden gewaltige 1,3 Millionen Besucher aus aller Welt den Weg ins Epizentrum der Porsche-Historie. Dazu trugen zweifellos die rund 100 Veranstaltungen bei, die das Porsche Museum allein in 2011 ausgerichtet hat, doch eine Besucher mobilisierende Wirkung geht auch von einer ganzen Reihe von Außenaktivitäten aus, an denen das Porsche Museum sich alljährlich beteiligt. Rund 125 Events wie Messen oder Fahrveranstaltungen werden Jahr für Jahr als Plattform zur Präsentation der Marke Porsche mit einbezogen, und die Begeisterung, welche die legendären Porsche-Rennfahrzeuge samt prominenter Fahrer wie Walter Röhrl, Hans Herrmann oder Jacky Ickx bei den Fans erzeugt, spricht für die Richtigkeit des „rollenden Museums“, das auch mit der Person Klaus Bischof verbunden ist. Nicht weniger als 330 Fahrzeugbewegungen verzeichneten die Fahrtenbücher im Jahr 2011 – eine stolze Zahl.

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Dabei legt Museums-Chef Achim Stejskal Wert auf die Feststellung, dass sich sämtliche Fahrzeuge des Porsche Museums in fahrbereitem Zustand befinden. Dafür sorgt das Team in der im Erdgeschoss untergebrachten und von den Besuchern lediglich durch eine riesige Glasscheibe separierten Museums-Werkstatt. Hier kümmern sich Werkstattleiter Kuno Werner und seine drei Kollegen um das Wohlergehen der Fahrzeuge, reparieren, restaurieren, stellen ein und stimmen ab. Und die Besucher können die Arbeit nicht nur mitverfolgen, sondern – wenn die ganz große Schrauberlust besteht – bei diversen Workshops sogar selbst Hand anlegen.

Die Integration der Porsche-Fans in das Museums-Geschehen und damit das gemeinsame Erleben der Faszination Porsche macht zweifelsohne einen der ganz großen Reize des „Fliegers“, wie der von den Architekten Elke Delugan-Meissl und Roman Delugan kreierte Museumsbau auch genannt wird, aus.

Einen weiteren, nicht minder faszinierenden Bereich verantwortet Dieter Landenberger. Der Historiker leitet das Porsche-Archiv, recherchiert, sichtet, kauft zu, dokumentiert, katalogisiert und sorgt so dafür, dass Wissenslücken in der Porsche-Historie – sollten sie denn bestehen – hinreichend geschlossen werden. Würde Landenberger all seine Dokumente stapeln, könnte er zu einem ansehnliche 2 Kilometer hohen Papierturm aufblicken, und würde er jedes der 3 Millionen Fotos, die in seiner Schatzkammer schlummern, nur 30 Sekunden lang betrachten, wäre er fast drei Jahre lang Tag und Nacht beschäftigt. Auch dieser Bereich bleibt den Porsche-Fans keineswegs verschlossen. In schöner Regelmäßigkeit melden sich Delegationen von Porsche Clubs zur Besichtigung des Archivs an, um noch mehr über ihre Lieblingsmarke zu erfahren. Sollte dabei je einmal ein Porsche-Fan aus Versehen eingesperrt werden, dann dürfen Sie glauben: Es wäre alles andere als ein Unglück!